One day on swoopo – die 24-Stunden Analyse, Teil 2

Nachdem ich im ersten Teil mehr auf die Verbraucherseite eingegangen bin und gezeigt habe, was überhaupt so gehandelt wird und wo sich die besten Schnäppchen machen lassen, geht es im zweiten Teil hinüber auf die Anbieterseite. Ich wollte wissen, wie und was swoopo unter Strich einfährt – und die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Bevor ich Zahlen präsentiere, zunächst ein wenig Mathematik. Die ist nämlich der Schlüssel zum Erfolg. Die oben gezeigte Formel zeigt, ob eine Auktion gewinn- oder verlustbringend für swoopo abgelaufen ist. Sie ist auf das Nötigste zusammengekürzt. Man nehme einen handelsüblichen Taschenrechner oder aber den Recher vom Betriebssystem und multipliziere den Auktionspreis, also den Preis, der am Ende erzielt worden ist mit 50 und teile diesen dann durch 2, 5, 10 oder 20, je nachdem, welche Auktionsart vorliegt. Standarmäßig sind es 10-Cent-Auktionen, d.h., dass mit jedem Gebot der Auktionspreis um 10-Cent steigt. Von dem Ergebnis (was man auch als Gebotsumsatz bezeichen könnte) zieht man nun den Auktionspreis und den Produktpreis ab. Wenn der Wert, den man nun erhält, größer null ist, ist dies der Gewinn* für swoopo, wenn er kleiner null ist umgekehrt der Verlust. Sollte er gleich null sein, war die Auktion kostendeckend.
*Das Sternchen: Um die Untersuchung nicht unnötig zu komplizieren, ist mit Gewinn lediglich nur der Gewinn aus der Auktion gemeint, nicht der Unternehmensertrag, selbstverständlich. Zudem ist der Produktpreis bereits ein Marktpreis, die eigentliche Marge aus Einkaufspreis und Verkaufspreis bleibt unberücksichtigt. Dies wird jedoch ein Stück durch die Tatsache aufgewogen, dass Gebote zum Einen aus Gebotsguthaben kommen, die wiederum verbilligt im Rahmen einer Auktion erworben worden sind (Freebids) und dass man seit Neustem die Produkte abzüglich der selbst gesetzten Gebote (außer Freebids) direkt kaufen kann. Letzteres ist aber mit Einschränkungen zu vernachlässigen, da man den Direktkauf nur während der laufenden Auktion tätigen kann. Wenn man sich jetzt das Grundprinzip nochmals vor Augen hällt, will doch jeder, der schon viel gesetzt hat, die Auktion gewinnen – und wenn er verloren hat, ist die Möglichkeit zum Direktkauf nicht mehr gegeben.

So, zurück lehnen und wirken lassen: Das sind die Top Ten der Cash Cows, also diejenigen Auktionen, die swoopos Kasse klingeln lassen und die Schnäppchen bei anderen Auktionen erst ermöglichen. Für die Gewinner dieser Auktion sicherlich immer noch gut, es sei denn, die Zahl der Gebote übersteigt die Ersparnis. Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass die 2-Cent und 5-Cent-Auktionen den meisten Ertrag für swoopo bringen (Beim Blick auf die ROI-Formel wird das auch klar: Je kleiner der Nenner, desto größer der Wert desto wahrscheinlicher ist es, dass das Ergebnis positiv ist). Interessant und fast schon ein bißchen frech finde ich da doch die extra Auszeichnung von 5- und 2-Cent Auktionen. Dem geneigten Nutzer wird somit suggeriert, dass diese Auktion richtig toll ist, da der Wert „nur“ um 2- bzw. 5-Cent steigt. Das aber genau hier der Hase im Pfeffer liegt, sieht man meistens erst bei genauer Betrachtung.

One day on swoopo – heißt: über 70.000 EUR Umsatz und knapp 20.000 EUR Gewinn. Es war ein Mittwoch, nicht gerade der stärkste Tag im Onlineshopping, es ist Mitte September, kurz nach der Urlaubsphase, …
Ich bin gespannt, was zum Beispiel so Anfang Dezember mitten im Weihnachtsgeschäft rauskommt!

Aufs Jahr gerechnet kommt man per einfacher Multiplikation auf einen Jahresumsatz von über 25 Millionen EUR bei einem (Auktions-)gewinn von guten 7 Millionen EUR – nur in Deutschland.
Fazit:
Swoopos Geschäftsmodell ist erfolgreich, dies muss man neidlos anerkennen. Es ist und bleibt die weitreichenstärkste penny-auction-site der Welt. Und ja, es lassen sich Schnäppchen machen aber es wird durch die Nutzer auch jede Menge Geld investiert bzw. verschleudert. Eine Strategie lässt sich nicht wirklich empfehlen, auch wenn das Netz voll von guten Ratschlägen zum Thema ist. Das Risiko bleibt hoch, ebenso wie aber auch der Nervenkitzel. Die Kombination aus beidem macht swoopo aus und bereichert die E-Commerce-Szene, hier und auch außerhalb Deutschlands.













sehr gründlich recherchiert! Der Artikel [Teil 1 & 2] gefallen mir sehr gut!
die rechnung mit dem gewinn ist etwas einseitig. immerhon muss davon ein teures büro in der münchner maximilianstraße, etliche mitarbeiter und vor allen dingen die werbekampagnen bezahlt werden. somit schmälert das den gewinn am ende nochmal erheblich. interessant wäre zu wissen, was unterm strich wirklich für swoopo hängen bleibt.
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