Lokale Rabatte einfordern mit spreezio.com

Treue Leser dieses Blogs erinnern sich (hoffentlich) noch an die demandR-Grundidee, den Konsumenten den ersten Schritt machen zu lassen und ihm individuelle Angebote zur Befriedigung seiner Bedüfnisse zu liefern. Einen verwandten und interessanten Ansatz verfolgt dass frisch relaunchte StartUp SPREEZIO.COM aus San Jose, Kalifornien. Auf der Seite kann man lokalen Anbietern zu konkreten Produkten seine genaue Rabattvorstellung zusenden lassen. Der Anbieter kann im Anschluss das Produkt zu dem gewünschten Preis anbieten. Ein Kaufzwang auf Seiten des Nutzers besteht nicht.

Zur Zeit listet SPREEZIO über 35 Millionen Artikel (leider nur USA), weitere sollen folgen. Der Reiz liegt darin, dass die Konsumenten klar festlegen, zu welchem Preis sie gewillt sind, ein Produkt zu erwerben und Anbieter qualifizierte Leads von potentiellen Käufern bekommen. Eine simple Eingabemaske mit automatischer Standorterkennung setzt die “Ausprobierbarriere” extrem gering an. Leider vermisse ich die mobile Anwendung in Form einer App oder mobilen Webseite, die für lokalisierte Preisermittlung eine Pflichtfunktion darstellt.


Aus meiner Erfahrung mit demandR muss ich allerdings anführen, dass auf dem Weg zum Erfolg eines solchen Ansatzes einige Herausforderungen liegen:

  1. Bereitschaft der Anbieter: Die Anbieterzielgruppe von SPREEZIO sind lokale Stores, die bisher nur zum Teil ihre Produkte auch online anbieten. Der Produktimport muss daher sehr einfach und verständlich sein.
  2. Lead Marketing in dieser Form hat (leider) einen negativen Beigeschmack, da Nutzer teilweise zu Recht befürchten, dass Ihre Daten zu weiteren Zwecken missbraucht werden.
  3. Bei nachgefragten consumer goods wie mp3-Playern oder Mobiltelefonen können m.E. kleine und mittelgroße Händler aufgrund der geringen Margen kaum noch weitere Rabatte zulassen. Die, die dazu in der Lage sind, werden sich nicht die Mühe machen, indivduelle Anfragen zu bedienen.
  4. Der Internetkonsument ist verwöhnt: Preissuchmaschinen und Bewertungsseiten sind in Echtzeit nach Wunschprodukten zu durchforsten, eine Kaufentscheidung ist relativ schnell gefällt und der weit verbreitete Mythos, online wäre sowieso alles günstiger, beschert dem SPREEZIO-Ansatz auch keine Vorteile.

Trotz der oben genannten Herausforderungen kann ich der Grundidee nur zustimmen. Bei demandR verfolgten wir seinerzeit ja auch einen etwas differenzierten Ansatz, da nicht Onlinekataloge angebunden waren sondern das indivduelle Gesuch eines Produkts, einer Dienstleistung oder einer Kombination aus beiden im Mittelpunkt standen. Genau zur Befriedigung diese Bedürfnisse sehe ich auch weiterhin Potential, neue Wege zu gehen.

Interessant wäre eine Kombination aus dem lokalem Liveshoppingansatz à la GROUPON und der Lead Marketinglösung SPREEZIO:

  1. Der Anbieter gewährt einen gewissen Rabatt nur, wenn ich als Nutzer noch mindestens X weitere Käufer mit anbringe bzw.
  2. Der Nutzer beginnt gleich mit X weiteren Kaufinteressenten.
  3. Die konkreten Deals könnten dann auch online dargestellt werden, um weitere Gruppenkäufe zu ermöglichen.

Jetzt wird es interessant. Ich schreibe lieber nicht weiter und freue mich einfach auf den Tag, an dem ein vergleichbarer Service uns wunsch.los.glücklich. macht.

Gefunden via techcrunch

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