Local Shopping Battle – Teil 1
Das hat mich doch sehr erfreut, dass mein Artikel über discounto vs. marktjagd soviel Resonanz hervorgerufen hat. Auch die anderen Marktbegleiter haben sich zu Wort gemeldet und zu Recht eingefordert, den Vergleich zu komplettieren.
Kein Problem – dafür ist wunsch.los.glücklich. ja da -aber: Wenn hier jemand was zu sagen hat, dann doch zunächst bitte die Betreiber selbst, wer sonst kann besser und leidenschaftlicher den eigenen Service beschreiben. Meine Arbeit beginnt dann im zweiten Teil…
Also, liebe CEO´s und PR´ler, jetzt habt Ihr die Chance, alles richtig zu stellen: Einfach die folgenden Fragen per Kommentar beantworten.
Und an meine Leser der Aufruf, die Liste der Fragen zu erweitern. Auf geht´s:
- Die “Gretchenfrage” aus dem ersten Post: Seit wann ist Euer Portal genau online (Tag/Monat/Jahr)?
- Beschreibt bitte in maximal drei knappen Sätzen, warum Euer Portal Verbraucher wunsch.los.glücklich. macht!
- Welche wesentlichen Funktionen zeichnen Eueren Service aus?
- Wie wollt Ihr (auch zukünftig) Euer Portal monetarisieren?
- Warum sollte man Euren Dienst nutzen, wenn an fast jedem deutschen Briefkasten ein Aufkleber mit der Aufschrift “Bitte keine Werbung” prangt?
- Wie seid Ihr auf die Idee gekommen?
- Was zeichnet Euer Gründerteam aus?
- Habt Ihr die Idee alleine umgesetzt oder Euch Rat und Hilfe von anderen gesucht?
- Und nun zu den Fakten: Wieviel Unique Visitos und wieviel Page Impressions hatte Euer Portal im März 2009?
- Alles, was noch gesagt werden muss ;-)
discounto vs. marktjagd: Der Servicevergleich
Durch einen Beitrag auf Gründerszene bin ich heute auf das frische StartUp discounto.de aufmerksam geworden. In dem Artikel wird discounto als “erstes Verbraucherportal für lokale Discounter-Angebote” angepriesen.
Leider waren da die Sachsen mal wieder schneller: Vor gut einem Jahr ging nämlich marktjagd aus Dresden mit einem ähnlichen Konzept online. Grund genug, die beiden Kandidaten im wunsch.los.glücklich.-Servicevergleich mal gegenüberzustellen:
Zunächst der Herausforderer: discounto.de
- 8 Discounter werden präsentiert
- Darstellung in Form eines Wochenkalenders
- Kategorien für Angebote und Geschäfte
- Filialsuche mit PLZ oder Ort
- cross-selling (ähnliche Angebote werden mitpräsentiert)
- Bewertungen und Kaufberichte (Kommentare)
- Login-Bereich, unklar jedoch, für welchen Mehrwert?
- Google- und Affiliatewerbung (Banner)
- Filter für Preisvergleich (?)- siehe Fazit
Und nun der Platzhirsch: marktjagd.de
- >8 Discounter werden präsentiert, auch andere Geschäfte wie conrad etc.
- Darstellung von aktuellen Angeboten, Geschäften und Beiträgen
- Filialsuche mit PLZ oder Ort
- Tagcloud für Angebote und Geschäfte
- cross-selling (ähnliche Angebote werden mitpräsentiert)
- Bewertungen und Kommentare (letzteres nur nach Login)
- Google- und Affiliatewerbung (Banner)
Mein Fazit:
Auffällig viele Gemeinsamkeiten lassen sich feststellen, lediglich die Herangehensweise ist etwas unterschiedlich. Was beiden völlig fehlt, ist die Möglichkeit für kleinere Geschäfte, einen eigenen Account anzulegen und tagesaktuelle Produkte einzustellen. Da könnte man sich sogar eine gewisse Monetarisierung darunter vorstellen. Des weiteren vermisse ich eine mobile Version, die lokales Shopping doch erst richtig unterstützen würde. Ein “user-generated” Angebotshinweis wäre auch klasse.
Trotz der Gemeinsamkeiten gibt es einen wesentlichen Punkt, der erwähnt werden muss: discounto stellt die Möglichkeit in den Vordergrund, Preise zu vergleichen. Das erschließt sich mir nicht. Gelistet sind Sonderangebote verschiedener Discounter, die meist auch nur in begrenzter Stückzahl und zeitlich befristet verfügbar sind. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass z.B. Aldi und Lidl zur selben Aktionszeit die Super-Bratpfanne anbieten. Ein Preisvergleich ist im jetzigen Zustand völlig nutzlos. Erst wenn es z.B. einen Offline/Online-Preisvergleich mit Onlineshops z.B. gäbe, könnte man soetwas nützlich finden.
Richtig “witzig” finde ich auch die Möglichkeit, z.B Planzentöpfe bei erento einfach zu mieten: Super Idee, drei Monate im Sommer mieten und dann wieder zurück damit:

Blumentöpfe zum Mieten?
Die Idee einer lokalen Preissuchmaschine ist gut. Die Umsetzung finde ich persönlich bei marktjagd gelungener. Discounto hat, bewusst oder unbewusst, viele Dinge übernommen, bezeichnet sich jedoch als “First Mover” – ungeschickt. Vielleicht sollten sich die Betreiber mal zusammen setzen, dann könnte der Verbraucher wunsch.los.glücklich. werden.
Schnell und günstig durch Deutschland
So lautet der Claim des kürzlich gestarteten StartUps verkehrmittelvergleich.de. Mit dieser Metasuchmaschine ist es möglich, alle relevanten Verkehrmittel für seine Fahrt zu vergleichen und, falls das passende Angebot dabei ist, auch direkt zu buchen. Dabei durchsucht die Software eine ganze Reihe von Portalen wie bahn.de, mitfahrgelegenheit.de sowie einschlägige Flugdatenbanken.
Die Umsetzung ist dem Team um Johannes Grassmann, Veit Blumschein und Daniel Nolte sehr gelungen, wie ich finde.
Die Reaktionen sind jedoch sehr unterschiedlich, wie man den Kommentaren bei deutsche startups bereits entnehmen kann.
Über den Mehrwert muss sich jeder Nutzer am besten selber ein Bild machen, zu unterschiedlich sind dort die Ansprüche und Präferenzen. Einen ersten Praxistest hat die Netznews-Redaktion bereits durchgeführt.
Der gewiefte Internetnutzer 2009 braucht einen Service wie verkehrsmittelgleich.de vielleicht weniger, da er es selber beherrscht, seine Reise zu planen. Wenn es jedoch mal schnell gehen muss, sicher eine Alternative.
Co-Buying by mediamarkt – da werden Erinnerungen wach!
Noch bis zum 14.03. gibt es bei Media Markt das vierte, günstigste Produkt gratis. Tolle Sache, wenn da nicht der mündige web2.0- Konsument das ganze ad absurdum führen würde.
Es bilden sich nämlich immer mehr Einkaufsgemeinschaften, die nicht etwa einen billigen USB-Stick als Zugabe erwerben, sondern einfach z.B. drei Notebooks kaufen und das vierte kostenlos dazu bekommen. Damit gib es also maximal 25%. Da fühlt man sich doch ganz deutlich an die Zeiten von letsbuyit.com aus dem web1.0 erinnert, die genau diese Einkaufsgemeinschaften erstmals webbasiert initiiert hatten.
Damals war ich wirklich enttäuscht, dass das Modell nicht aufgegangen ist, aber vielleicht ist die Zeit für ein Comeback gekommen. Die Konsumenten würde es auf alle Fälle ein stückweit wunsch.los.glücklich(er) machen und zudem noch das Gefühl des entertainmentshoppings vermitteln.
Letsbuyit plant im Übrigen bereits eine Rückkehr mit neuem Team, mehr dazu auf dem Blog.
Aufmerksam auf die Lage der Media Markt-Aktion bin ich bei offtherecord geworden.
Gütesiegel und betreibergeschützte Internet-Zahlungsverfahren steigern Umsatz von Online-Shops beträchtlich
Mitte und Ende Januar 2009 veröffentlichte die Unternehmensberatung Mücke, Sturm & Company, die sich auf die TIME-Branche (= Telekommunikation, Informationstechnologie, Medien und Entertainment) spezialisiert hat, insgesamt zwei sehr interessante Pressemitteilungen. Das Unternehmen hatte zusammen mit dem E-Commerce-Center Handel (ECC Handel) eine Studie zu Gütesiegeln und betreibergeschützten Internet-Zahlungsverfahren und deren Wirksamkeit auf den Umsatz von unbekannteren Online-Shops durchgeführt. Das Ergebnis, das nämlich sowohl die Gütesiegel als auch die zusätzlichen Zahlungsverfahren zu hohen Umsatzsteigerungen für die Shop-Betreiber führen könnnen, war schon länger vermutet worden. Nun wurde die Vermutung anhand von ca. 500 Studienteilnehmern, die insgesamt ca. 15.000 simulierte Einkäufe durchführten, belegt.
Laut der PR-Mitteilung von Mücke, Sturm & Company können unbekannte Internet-Shops mithilfe von Gütesiegeln eine Umsatzsteigerung von 30 bis 65%, mit Internet-Zahlungsverfahren sogar von 17 bis 70% erzielen. Bei der Studie wurden die Gütesiegel “Trusted Shop” und “Geprüfter Online-Shop” (beide Gütesiegel wurden auch in der Computerbild 3/2009 als glaubwürdige Siegel empfohlen) sowie die Zahlungsverfahren “Giropay” und “Clickandbuy” getestet.
Ende Januar wies die Unternehmensberatung dann in der zweiten Pressemitteilung darauf hin, dass auch die Positionierung der Gütesiegel und Zahlungsverfahrenlogos wichtig ist. Tauchen die entsprechenden Hinweise erst im Warenkorb während des Bestellprozesses auf, verlieren sie stark an positiver Wirkung.![]()
Das Ergebnis der Studie sollte vor allem kleinere Online-Händler sowie E-Commerce-Start-Ups zu einer Optimierung ihrer Online-Shops animieren, denn noch immer stellt die Konvertierung eines interessierten Webshop-Besuchers in einen tatsächlichen Einkäufer eine große Herausforderung für sie dar.
Das ungenutzte Potential der “Internet-Einsteiger”
Es gibt inzwischen zahlreiche Studien zur Internetnutzung weltweit und speziell in Deutschland. Zuletzt beschäftigte sich der Student Aaron Gilljohann in seiner Magisterarbeit zu “Social Shopping” (am Institut für Kommunikationswissenschaften in Münster) mit dem Phänomen der Live-Shopping-Anbieter und kam zu interessanten Ergebnissen. In die Auswertung der Befragung flossen die Antworten von 178 Teilnehmern ein, die mehrheitlich männlich (78%) sind und zum Befragungszeitraum durchschnittlich 29 Jahre alt waren. Die “typischen Live-Shopper” nutzen das Internet vergleichsweise häufig und lange (6,77 Tage/Woche, durchschnittlich 6,73 Stunden/Tag) und kaufen regelmäßig in Online-Shops ein. Sie verfassen außerdem Kommentare und interessieren sich für Testberichte und Produktbewertungen anderer User. Ihnen gegenüber steht eine nach wie vor sehr große Anzahl an “Internet-Einsteigern”, die sich im Ecommerce-Bereich noch nicht sehr genau auskennen (die aktuelle Ecommerce-Angebote wie Shopping Clubs und Live-Shopping noch gar nicht kennen) bzw. vor Produktkäufen im Internet “zurückschrecken”. In diese Richtung führen auch die Ergebnisse der ACTA-Studie. Online-Shop-Betreiber unterschätzen das Potential der Gelegenheits-User bzw. müssen es schaffen, diese anzusprechen und für einen Einkauf im Internet zu mobilisieren. Wie dieses Potential “aktiviert” werden kann, ist den veröffentlichten Ergebnissen natürlich nicht direkt zu entnehmen. Doch es gibt bereits viele Beiträge zur Optimierung von Online-Angeboten (z.B. Stichwort “Usability”).
Bildquelle: stock.xchng, http://www.sxc.hu/photo/291552
Konkurrenz für eBay!?
Die allseits bekannte Versteigerungsplattform eBay hat in jüngster Zeit eher mit negativen Schlagzeilen auf sich aufmerksam gemacht. Das Weihnachtsgeschäft ist eingebrochen, viele Mitarbeiter wurden entlassen und auch die Kunden- und Verkäuferzufriedenheit insgesamt ist gesunken. Davon profitieren alternative Internetangebote, beispielsweise Tamundo oder DaWanda.
Tamundo ist noch relativ jung (Start im November 2008) und nennt sich selbst “Sammlerplattform”. Dabei steht der Verkauf von Kuriositäten, seltenen Sammlerstücken oder geliebten Sammlungen nicht allein im Vordergrund. Vielmehr will Tamundo den “Menschen mit einer Leidenschaft für Dinge, die selten oder kurios sind” die Möglichkeit bieten, sich und ihre Leidenschaft zu präsentieren und sich mit anderen begeisterten Sammlern zu vernetzen.
DaWanda, der “Marktplatz für Einzigartiges”, richtet sich hingegen an alle Kreativen, (Hobby-) Künstler, Designer, Handwerker und Bastler. Auf der Verkaufsplattform können handgemachte Produkte verkauft werden. Wer Unikate sucht, schaut also nicht mehr bei eBay, sondern bei DaWanda. Auch hier hat sich schon eine lebhafte Community gebildet.
Welche anderen Nischen in Zukunft noch entdeckt und von kleineren Verkaufsportalen besetzt werden, ist sicherlich eine spannende Frage.
Bei Dreambookers zählt der Preis der Reise
Laut einer Statistik des Ifak Instituts, die auf der Statistik-Plattform statista.org veröffentlicht wurde, achten 67% der Deutschen eher auf den Preis einer Reise als auf die Marke des Reiseveranstalters (28%).
Dieser Präferenz kommt der neue Shopping Club für exklusive Reisen “Dreambookers” entgegen. Hier können ausschließlich Mitglieder des Clubs Kurzreisen, Wellnessurlaub, Städtetrips, längere Urlaubsreisen und Erlebnisausflüge buchen. Die Preise liegen meist deutlich unter denen der normalen Reiseanbieter. Dafür haben die Reisefreudigen nur ein beschränktes Angebot an Reisedaten und ggf. Abflughäfen. Die Ziele wechseln wöchentlich, so dass die Plattform eher eine “Oase” für Kurzentschlossene darstellt. Mitglied von Dreambookers kann man per Einladung werden. Dann stehen einem alle Reiseschnäppchen zur Verfügung.
Wer da schon spezielle, eigene Vorstellungen hat, der sollte die Wunschreise dann doch lieber bei DemandR nachfragen.
